Donnerstag, 3. Januar 2008

Silvester und so

Tere, tere,
head uut aastat! Bzw. auf Deutsch: Ein frohes neues Jahr!
Letzte Woche war ich noch in Deutschland, jetzt bin ich schon wieder fast 'ne Woche zurück in Estland. Wie ihr euch vorstellen könnt, hab ich da auch schon wieder einiges erlebt; denn nicht nur in Deutschland muss es stressig sein ;)

Da ich Weihnachten selbst nicht in Estland war und von daher nicht alles ganz mitgekriegt habe, hier noch ein Link zum Theme Heilig Abend: http://www.daad-magazin.de/07799/index.html
Was da drin steht, stimmt übrigens wirklich, zumindest hat das Maria so bestätigt.

Aber gut, interessanter vielleicht was ich Silvester gemacht habe!? Für alle, die's nicht mitgekriegt haben: War in Viljandi und noch nicht in Helsinki. Hab dort mit Maria, Marie aus Dresden, Marie, die an diesem Tag wieder aus Lyon zurückgekommen war, Patty, den drei FSJlern samt Anhang (zwei von denen also mit Freund bzw. Freundin) und Stefan bei uns in der WG gefeiert. Erst war Essen angesagt, nämlich u.a. Snacks, Kaiserschmarrn, Salat und Schokolade, danach gings für Mitternacht raus ins Stadtzentrum, da dort ein Feuerwerk angekündigt war. Trotz aller Erwartungen wurde alles übetroffen, denn 1) habe ich noch nie so viele Esten (v.a. in Viljandi) auf einem Haufen gesehen, 2) handelte es sich bei dem Feuerwerk um das schönste, das ich bisher je gesehen habe. Tja, war eigentlich klar, immerhin sind wir schon während der letzten beiden Monate immer wieder in den Genuss gekommen mal hier und da ein Feuerwerk zu sehen. Warum, wissen wir selbst ned, jedenfalls scheints den Esten zu gefallen...
Nach dem Feuerwerk sind wir wieder zurück in unsere Wohnung und haben dort Jungle Speed gespielt. Vielleicht kennts ja jemand von euch -ich kannte es nicht was zu weit aufgerissenen Augen vor allem seitens der französischen Marie führte...
Nach einigen Runden mit teils verletzten Daumen wurde das Ganze abgebrochen und die FSJler fuhren nach Hause zurück in den Wald... ^^.
Insgesamt also eher gemütlich, war mir aber ganz recht, zumal ich immer noch leicht angeschlagen bin von der letzten Woche (1) Schnupfen, 2) Stress)...

Hier ein paar Fotos von der Feier:


 






So, und was dann Mittwoch war erstmal ein richtiger Gammeltag angesagt, ehrlich gesagt sogar der erste in Estland überhaupt! Ja, auch wenn sich das sicherlich einige unter euch nicht vorstellen könnt, aber für mich war bisher noch kein einziger Tag dabei, an dem ich nicht mal bis zwei Uhr nachmittags im Bett rumflacken konnte und den ganzen Tag über im Schlafi rumgerannt bin... Schwer vorstellbar, ich weiß, aber nun ist es ja doch noch geschehen! Die, die am längsten geschlafen hat, war zwar sowieso Marie, aber immerhin!

Tja,... und Donnerstag Also nachdem ja Mittwoch nicht allzu viel passiert ist, bin ich mit Maria und Marie aus Dresden nach Kalaste gefahren, quasi schon fast ans Meer. Okay, nein, es war nur der Peipsisee, aber trotzdem *g*. Den kennt ihr von Erzählungen eh schon, aber für die, die sich nicht mehr erinnern können: Das ist der riesige See zwischen Estland und Russland. Ja, und da war ich jedenfalls... Und es war der Wahnsinn! Ich dachte mir vorher ja noch, okay, den See kenn ich schon, Kalaste wird auch nur aussehen wie jedes andere Dorf (ok, ok, es wird schon 'ne Stadt sein, so estlandverhältnismäßig) hier (was letztlich dann auch so war ;)), aber nein, SO kannte ich den See noch nicht: Er war zugefroren!











Diese roten Steine kannte ich auch noch nicht, die scheints nicht überall zu geben:





 Tief beeindruckt sind wir noch ein bisschen durch die Straßen geschlendert, bei eisigen Temperaturen (heute hat es immerhin schon minus sieben Grad, dieses Wochenende erwarten wir schon minus zehn... ), und haben uns einen Supermarkt gesucht, der übrigens nicht soooo leicht zu finden war. Irgendwas muss man ja doch zwischendrin' essen...

Zum Schluss kam sogar noch die Sonne raus, sodass Marie am Freitag doch nicht mit dem Glauben nach Hause fahren muss, dass es in Estland nur kalt und dunkel ist:

 





Ach, und hinterher gings nach Tartu zurück (es gibt nämlich keine Direktverbindungen Viljandi-Kalaste), das Marie ja auch noch nicht richtig gesehen hatte. Erst zeigten wir ihr die beste heiße Schokolade Estlands (das könnte der Grund sein wieso mir heiße "Schokolade" in Deutschland nicht mehr so sonderlich gut schmeckt, Fanta übrigens auch nicht mehr ;)), danach haben wir ihr ein paar Sehenswürdigkeiten der Stadtgezeigt.

 





Auf diesem Rundweg wurden wir mal wieder von verrückten Angewohnheiten mancher Esten konfrontiert. Aber gut, ist doch ganz normal mitten in der zweitgröten Stadt Estlands einen Hügel mit dem Snowboard runterzufahren...

 

Später gings noch schnell Pizzaessen... noch dachten wir uns nichts. Um 19.00 Uhr wär zwar ein Bus gegangen, den wir sogar noch hätten schaffen können, wenn wir uns ein bisschen mehr beeilt hätten, aber laut Maria gingen ja noch zwei anderen Busse nach Viljandi zurück... Gut, dass da Mittwoch war und ned Sonntag, an dem diese zwei Busse auch wirklich noch gefahren wären. So zeigten wir uns erst überrascht, dann schockiert, dann einer langen Nacht in Pubs zu besuchen erwartend und lachend als uns gesagt wurde es ginge erst Donnerstag Morgen der nächste Bus... Was tun? Unsere Chefinnen wollten weder Maria noch ich anrufen, die FSJler waren schon zu müde als dass sie sich dazu bereit erklärt hätten uns von Tartu abzuholen, und die einzige Schlafmöglichkeit war auf einem Ausflug... Wir schmiedeten schon eingige Plan-Bs, falls die beste Lösung zu trampen fehlschlagen würde, doch letzlich hätte es das gar nicht gebraucht: Trotz der noch kälteren Temperaturen um etwa 21.00 Uhr haben wir uns mit einem Stadtbus auf den Weg Richtung Stadtende gemacht, haben uns an die Straße gestellt und uns gewundert, dass noch so viele Autos rumfahren (wer fährt denn bitte Mittwoch nachts noch mit dem Auto in der Gegend rum!? Naja, wir können froh drum sein!). Wir standen echt keine zehn Minuten als schon die ersten Autos stehen blieben und sich das 2. sogar dazu bereit erklärte uns nach Viljandi zu fahren, obwohl dies eigentlich ein Umweg wäre. Anfängerglück? Womöglich, aber gut so! :) Glaub bei dem jungen Fahrer handelte es sich um einen Halbrussen oder so, jedenfalls konnte sich Marie dank ihrer Russischleistungskurse mit ihm verständigen (geboren ist er trotzdem in Estland)... durch einen Sprachmix aus Russisch, Deutsch, Estnisch und Englisch brachte er uns sogar bis fast vor die Haustür. Manchmal braucht man einfach Stuss :)

Ja, so viel dazu...
dieses Wochenende, also morgen schon, fahre ich erstmal nach Helsinki, bleib da aber nur bis Samstag, da Maria und ich dank meiner Managerkenntnisse zu einer Freundin einer Freiwilligen nach Lahti eingeladen sind. Montag Morgen wirds zurück nach Helsinki gehen, damit wir uns das auch mal richtig anschauen können und am Dienstag fahren wir mit der Fähre wieder zurück nach Tallinn, mit dem Bus dann weiter zurück nach Viljandi.
Wundert euch also nicht, wenn ich dieses Wochenende nicht oder kaum erreichbar sein werde, werde übrigens wieder über meine deutsche Nummer erreichbar sein! Bis Dienstag eben...

Euch ein schönes Wochenende,
bis bald,
Andy

PS: Bei russischer Schokolade ist es schon notwendig hinzuzufügen, dass KEIN Alkohol drin' is...

Keine Kommentare: