War mal wieder nicht im Netz (Stress, Stress, Stress)... hier der Eintrag, den ich gestern noch posten wollte:
Guten Tag,
hoffe, euch gehts allen gut! Hätte so viel zu schreiben gehabt, hatte aber keine Zeit ins Internet zu gehen, denn erst waren die Voru-Leute bei uns zu Besuch, dann bin ich mit ihnen mitgefahren.
Kaffee- bzw. heiße-Schokolade-Trinken morgens in einem Café bzw. Kohv ist wirklich was feines, vor allem dann, wenn man nicht alleine sein muss. Einige fanden zwar neun Uhr morgens zu früh, was zu einigen Verspätungen führte und somit der eine oder andere bis zu einer halben Stunde warten musste, was vor allem mit leerem Magen nicht gerade erstrebenswert ist... Doch der Ärger war schnell verflogen nachdem wir die ersten Getränke sowie unsere leckeren Mahlzeiten (entweder handelte es sich hierbei um Omlettes oder um ein Stückchen leckeren Kuchen -Tipp für die, die mal nach Estland wollen: Probiert vor allem die Schokoladenkuchen!!) erhalten hatten.
Momentan sitze ich übrigens gerade an der Bussijaam (Busbahnhof) in Voru (falsch geschrieben, hab an dieser Tastatur aber kein entsprechendes Häckchen) und warte auf meinen Bus nach Tartu... ursprünglich hatte ich geplant am Sonntag nach Voru zu fahren, bei den Jungs zu übernachten, Montag Abend nach Tartu zu fahren um mit einer anderen Freiwilligen einen draufzumachen, und dann heute, also Dienstag, nach Viljandi zurückzukommen. Doch die Pläne änderten sich nachdem wir an der Bussijaam in Voru eine schwedische Freiwillige trafen, die uns zu ihrer Geburtstagsfeier Montag Abend einlied. Auch kein Problem, denn nach Tartu kann man ja jederzeit fahren. Problem dabei ist aber, dass das Busfahren hier nicht gerade billig ist, vor allem wenn man umsteigen muss! Mit 70 Kronen bis nach Tartu und weiteren 60 nach Voru muss man schon rechnen. Durch das Umsteigen kann das ganze Vorhaben etwa vier Stunden dauern. Guckt nur mal nach wie weit Voru eigentlich entfernt ist...
Auf der Geburtstagsfeier, die in einem -wo auch sonst- Pub stattfand, haben wir uns alle zusammen (wir waren insgesamt neun) einen Vorspeisenteller bestellt, der -ehrlich gesagt unerwartet- lecker war...! Nur die Leute waren etwas unfreundlich, anscheinend mag man hier in Voru keine Ausländer. Wieso auch immer! Vor allem unser Portugiese klagt, dem gefällt es hier eher weniger. Naja, wenn man bedenkt, dass er auf der Straße auch sofort auffällt (hier werden selbst leicht braungebrannte Leute als Ausländer angesehen), erscheint mir das auch als ganz verständlich. Ich habe da weniger Probleme, denn von mir denkt man generell ich wäre eine Estin (endlich bin ich mal nicht die Blasseste ;))...
Was die Kontaktscheu angeht: Diese muss ich wieder verneinen, denn gerade eben wurde ich von einem Esten belästigt (habe mich schnell zu den älteren Frauen hier umgesetzt, die mich gleich mitleidig, aber nicht im negativen Sinne, angelächelt, mir Platz verschafft und mir außerdem, wie ich dem Tonfall nach glaube, gut zugeredet haben). Nun gut...
Vorhin hat mich außerdem Maria angerufen, sie hatte eine gaaaaaanz ganz tolle Neuigkeit: Marie und sie haben mithilfe ihrer Mentorinnen eine Wohnung für uns gefunden! Bin schon sehr gespannt! Betten sind zwar nicht drinnen, aber eine anscheinend eine genügend eingerichtete Küche. Wahrscheinlich werden uns die Matratzen schon gestellt, hoff ich zumindest sehr! Ich wohn dann in der Straße, in der sich auch die Kunstschule befindet, zumindest glaub ich das. Wird sich schon noch herausstellen! Heute Abend, sobald ich zuhause bin und Maria von der Arbeit zurück, werden wir noch alles besprechen. Einen kleinen Nachteil, der aber auch, in Hinsicht auf unsere hoffentlich bald anwachsenden Kochkünste, ein Vorteil sein kann, hat das Ganze: Es gibt keine Mikrowelle, d.h. wir müssen tatsächlich "richtig" kochen (was wir ohnehin vor hatten) ^^
Mehr dazu vielleicht morgen!
Sicherlich habt ihr euch schon gefragt was die Überschrift soll! Nun, die eigentlich Bedeutung weist auf unsere Lieblingsbeschäftigung hin: Essen! Die zweite Bedeutung könnte sein, dass hier endlich der Herbst eintritt (beinahe wie bestellt!) -wunderschön! Momentan sehen die Wälder einfach unglaublich schön aus -gelb, rot, grün gemischt. Wenn man aber die Straßen entlang geht, dann muss man schon aufpassen um nicht von einem Orkan Blätter (falls mal ein Windstoß vorkommt) niedergedrückt zu werden ;)
Die Temperaturen momentan sind sowieso gigantisch! 17 Grad ist einfach zu heiß um mit Jacke rumzulaufen... Um nicht zehntausend Sachen rumzuschleppen habe ich dennoch eine an und hoffe nicht durch eigene Flüssigkeiten davongeschwemmt zu werden ;)
Doch auch die Nacht hat es in sich! So gingen wir gestern am Vorujärv (See) entlang. Auf den Digitalkameras der Anderen (ich hatte meinen Fotoapperat leider nicht dabei!) erkannte man nichts, was mich nicht wundert (tja, soviel zu der guten Qualität dieser Dinger). Es war traumhaft, man fühlte sich wie am Rande der Welt (außer man blickte Richtung Stadt; hier merkte man wie hässlich die vielen Lichter einer Stadt aussehen)... Könnte stundenlang vorschwärmen und es brächte doch nichts. Werde mal versuchen ein paar Nachtfotos zu machen um sie dann hier reinzustellen. Doch das wird wohl noch etwas dauern.
Vielleicht habt ihr euch schon mal gefragt wie wir uns untereinander unterhalten. Naja, sind wir in der Gruppe nur Deutsche, dann natürlich hauptsächlich deutsch; ansonsten entsteht ein Sprachenwirrwarr, der im besten Falle natürlich vor allem im Englischen endet... Doch inzwischen sind schon einige ungewöhnliche "denglische" Wörter entstanden, so etwa auch "Estonien", "die Estonen" usw. Zudem stellt es sich manchmal durchaus als Herausforderung heraus mit jemandem auf Deutsch zu telefonieren und gleichzeitig neben einem Englischsprechenden zu sitzen, vor allem wenn man einen der beiden etwas fragen und die Antwort weitergeben muss... (kein Kommentar!)
Nicht nur die Wohnunssuche war erfolgreich (ich vertraue den anderen beiden einfach, vor allem der Französin, denn die hat natürlich andere Vorstellungen von guten Dingen, typisch französisch eben ;)), nein, auch unsere Suche nach einem Chor. Mithilfe einer Estin fand Maria heraus wann die erste Probe des Gospelschors von Viljandi stattfindet, zu der wir auch prompt hin sind. Aufgeregt war ich schon, denn ich war zu spät dran und wusste nicht welche Leute hier in einem Chor singen. Doch schon nach den ersten paar Minuten stellte sich heraus, dass wir einen absoluten Volltreffer gelandet haben: Offene, lustige Esten, die sogar ihre Witze ins Englische oder sogar Deutsche übersetzen, tolle Lieder, teilweise echt extrem gute Sänger, insgesamt alle eher in unserem Alter... was will man mehr!?
Ab und zu macht der Chor auch mal Ausflüge, die oft auch mit einem Saunenabend enden (die Saune wurde in Estland, nicht in Finnland erfunden), außerdem kostet es nichts in den Chor beizutreten... Man guckt sich manchmal andere Chöre an, wird außerdem eingeladen freitags am Jugendtreff und/oder auch an diversen Andachten (England als Vorbild) teilzunehmen... und und und. Falls wir mal Probleme haben, etwas nicht verstehen, also Übersetzungshilfen benötigen, dann können wir uns an eine andere Altistin wenden, die uns für solche Vorfälle ihre Adresse und Handynummer gegeben hat. Ja, Handys sind hier, wie auch das Internet, sehr wichtig. Und billig ist das sowieso ;) (wer hat schon 4, wenn nicht sogar 8 Stunden Freiminuten -ganz ohne Vertrag?)
So, damit sich das hier nicht komplett in die Länge zieht und ihr euch nicht gelangweilt zurückzieht, mach ich an dieser Stelle mal schluss, werd mir jetzt ohnehin ein Busticket kaufen um dann nach Hause zu fahren, damit ich heute Abend wieder in einen Pub mit Live-Jazzmusik gehen kann (jeden Dienstag dasselbe ;))...
Bis bald,
Andy
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