Für die Esten DAS Weihnachtsessen überhaupt und auch gar nicht wegzudenken. Ein Este ohne Blutwurst (es sei denn er ist Hardcorevegetarier) an Weihnachten ist wie ein Este ohne Kartoffeln... oder wie ein Bayer ohne Weißwurst... oder so
Jedenfalls kann man da grad in der Arbeit schlecht sagen "Äh, sorry, sowas esse ich nicht", nein, ich hab mich da ganz tapfer durchgeschlagen. Auf der Weihnachtsfeier hab ich Sprüche wie "Also, wenn man schon in Estland ist, muss man schon auch mal 'ne Blutwurst probieren" einfach ignoriert, aber heute kam ich eigentlich nicht drumrum.
Mein erster Gedanke war nur: Probiers einfach mal, lass am Ende einfach ein kleines Stückchen übrig, das fällt ja nicht auf. Nun ja, so mein vorläufiger Plan. Blutwurst war ja immerhin nicht die einzige Mahlzeit auf dem Teller, sondern auch Kraut, etwas Undefinierbares (irgend ein Gemüse), natürlich Kartoffeln -und noch ein weiteres Stückchen Fleisch, das schon mal nach viel Fett aussah (an diesem Punkt müssten sich nun vor allem meine Eltern was denken ^^). Ein weiterer Gedanke war, dass ich mit der Wurst und dem Fleisch nicht bis zum Ende warten sollte, immerhin wäre ein "anderer" Geschmack für so zwischendurch nicht schlecht.
An 2ten Punkt hab ich mich auch brav gehalten, aber der Rest sah dann doch etwas anders aus: Tapfer hab ich das erste Stück Blutwurst probiert, an etwas anderes gedacht ("ja, Andrea, sieht zwar widerlich aus, aber denk dir, du isst was gaaaaaanz anderes, ...denk einfach nicht drüber nach...) und während dem ganzen "Vorgang" (=Essen) versucht mir natürlich nichts anmerken zu lassen (Devise: Immer brav lächeln!). Festgestellt habe ich so, dass die Blutwurst zwar wirklich eklig aussieht, aber immerhin "ganz okay" schmeckt. Zum Glück... Denn beim "Fleisch" erging es mir nämlich auch anders als erwartet: Nein, dieses Stück bestand nicht wie erwartet aus Muskeln und bisschen Fett zwischendrin', sondern zu "geschmeckten" 15% Fleisch und 85% Sehnen und Fett.
Am Ende sahs dann also so aus, dass ich ganz brav die Blutwurst und die wirklich schmackhaften Beilagen (glaub mir hat sowas noch nie so gut geschmeckt wie je zuvor) aufgegessen und von dem sogenannten "Fleisch", das zum Glück ja nicht groß war, die geschätzte Hälfte (naja, vermutlich war's mehr ^^) übriggelassen habe.
In dem Moment hätte ich mir jedenfalls gewünscht ein Vegetarier zu sein, denn da wäre ein freundliches Verweigern wenigstens noch relativ höflich rübergekommen.
Glaubt nun nicht, dass ich hier zu Dingen gezwungen werde, die ich nicht will. Aber man will ja nicht allzu komisch rüberkommen (auch wenn ich das nun vermutlich euch gegenüber tue ;))...
Da sich so manche ja über zu wenige Bilder beschweren, hier mal das 1.:

Das 2. Bild nun, damit ihr wisst wie ich mich gefühlt habe (Abbildung einer noch nicht ganz fertigen Blutwurst):

Glaub auf jeden Fall, dass ich das hier meinen ersten richtigen Kulturschock nennen kann ;)
Und ich habs überlebt! :)
So, muss es jetzt packen, werd dann noch zu der Weihnachtsfeier meiner Arbeitsstelle gehen (hoffentlich ohne warmes Essen), das übrigens der Abschied fürs restliche Jahr ist, denn ab heute Abend hat das Center bis zum 7. Januar geschlossen...
Bis bald,
eure Andy

2 Kommentare:
bah sieht echt unappetitlich aus ^^ da ess ich doch echt lieber weißwurst ;P
;D
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