Halli Hallo!
Samstag fand er also statt -der letzte Tag, an dem Maria, Marie und ich zu dritt zuhause sind. Ursprünglich planten wir für diesen besonderen Tag ein Froschessen zu veranstalten, nachdem nicht mal Marie als Französin sowas probiert hatte, doch aus Geldmängeln änderten wir den Nachmittag doch in ein Kuchenessen ab, zu dem auch noch der FSJler von der Farm eingeladen war.
Nachdem Marie zum Tallinner Flughafen fuhr um dort eine Freundin aus Frankreich abzuholen (die zweite kam gestern an), beschlossen Maria und ich uns das in Viljandi stattfindende Tantsu- und Laulupidu (Tanz- und Gesangsfest) anzuschauen, wo auch ein Freiwilliger aus Viljandi mittanzte. War schon lustig diesen in estnischer Folktracht zu sehen. Für den Umzug zwischen diesen beiden Veranstaltungen wurden wir von unserer ehemaligen Tanzgruppe gefragt, ob wir nicht mitmarschieren wollen, was wir dann auch bejahten. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass es sich dabei tatsächlich um einen richtigen Umzug für die verschiedensten Musikgruppen Viljandis handelte. Zwischen all den Leuten in Tracht kamen wir Freiwillige uns ein bisschen... heruntergekommen vor; und als wir sahen wie viele Besucher zuschauten, konnten wir dem Ganzen nur noch mit einem Lachen entgegentreten.
Sehr beeindruckend (mir lief es des öfteren eiskalt den Rücken runter) war das Laulupidu, welches wahrscheinlich als eine sehr sehr abgespeckte Version des großen Laulupidus wäre, welches wieder nächstes Jahr im Juli in Tallinn stattfinden wird und ich auf keinen Fall verpassen möchte, da ich sonst wieder fünf Jahre warten muss. In dem Viljandi Laulupidu jedenfalls nahmen schon eine Menge Chöre teil und unsere Lieblingssängerin aus unserem Chor hat auch solo gesungen.
In der Zwischenzeit verkündigte irgendwann ein (estnischer) Freund, dass unsere Viljandi Fußballmannschaft am selben Nachmittag gewonnen hat. Was natürlich eine wichtige Information wäre ;)
Was Fußball in Estland angeht, da verweigere ich lieber mal eine konkrete Aussage -euren Teil könnt ihr euch ja denken.
Dafür aber sind die Esten in Baskeltball ziemlich gut, soweit ich heute den Nachrichten richtig folgen konnte, haben sie sich sogar für die EM qualifiziert.
Wie dem auch sei; abends sind Maria und ich noch zu ein paar Freunden gegangen, da einer von ihnen gestern für vier Monate nach Irland geflogen ist um dort zu arbeiten, was natürlich heißt, dass wir ihn nicht mehr sehen werden. Es war schon komisch, irgendwie, aber was soll man machen. Dort haben wir außerdem eine DVD vom Konzert letzte Woche bekommen, die Maria und ich uns dann daheim gleich angeschaut haben.
Bis ich es ins Bett geschafft habe (etwa kurz vor drei), hat es dann auch schon wieder zu dämmern begonnen...
Übrigens hatte mir dieser eine Freund gestanden, dass er von Deutschland nie viel gehalten hatte, dass er die Sprache hässlich fand, das Land uninteressant und die Leute unfreundlich. Aber da er nun einen echten Bezug hat (typisch estnisch kam kein direktes Kompliment, aber ich denke doch, dass er damit uns beide meinte) und doch auch mal zugehört hat wie sich die Sprache eigentlich wirklich anhört, findet er "uns Deutsch" nun sehr sympathisch. Was will man mehr erreichen in seinem Auslandsjahr!?
Das letzte Mal als ich beim Tanzen war fragte ein kleiner Junge mich und Maria wieso wir denn einen Akzent hätten, wenn wir estnisch sprechen. Dabei wusste er, dass wir deutsch sind (er hat es ganz aufgeregt seinem Vater erzählt), aber den Zusammenhang hat er scheinbar noch nicht ganz verstanden ^^.
Der Sonntag war ein richtiger Sonntag -ohne irgendwas Großartiges zu tun! Nur abends bewegte ich mich dazu an den See zu gehen um dort mit den anderen Freiwilligen zu grillen, was sich dann auch ziemlich lang gezogen hat, sodass ich heute recht müde in die Arbeit gekommen bin. Dies hat mich aber nicht daran gehindert bei unserem Spaziergang trotzdem Spiele wie "Stille Post" mitzumachen, was übrigens ganz interessant war, da ich ja nicht jedes Wort kenne... Aber ich hab mich ganz wacker geschlagen und Fehler gingen nicht von mir aus!
Lustige Eigenheiten des Estnischen sind ja die Schreibweisen von Fremdwörtern. Meine neueste Entdeckung: Šürii für Jury.
Jetzt gerade wird italienisch gekocht, danach kommen noch zwei Freundinnen um mit uns eine DVD anzuschauen.
Deshalb pack ich's jetzt auch wieder! =)
Einen schönen Abend noch,
die Andy
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1 Kommentar:
> Dafür aber sind die Esten in Baskeltball ziemlich gut, soweit ich heute den Nachrichten richtig folgen konnte, haben sie sich sogar für die EM qualifiziert.
Eigentlich hat Volleyballmannschaft dass gestern geschafft.
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