Diesen Sonntag wurde, wie die Überschrift schon sagt, der übrigens 90. Geburtstag Estlands gefeiert. Was das heißen soll? Nun, man ehrt jedes Jahr am 24.2. den Tag der Unabhängigkeit, denn 1918 wurde zum ersten Mal zu eben Genanntem aufgerufen. Dass es aber zwischendurch nochmal vom großen Nachbarsland besetzt wurde, interessiert scheinbar nicht sonderlich...
Viel wäre los gewesen, so gabs in Pärnu einen militärischen Marsch, wobei ich nicht mal soweit fahren hätte müssen, denn in Viljandi war auch einiges angesagt: Konzerte (natürlich hauptsächlich folkig), Tanzaufführungen, Essen umsonst usw.
ABER natürlich war ich nicht mal da, denn während fast das gesamte Land gefeiert hat, war ich auf einem Bauernhof in der Nähe von Viljandi.
Wie's dazu kam?
Nein, ich wurde nicht abgeschoben!
Da Maries Freund, Quentin (englische Aussprache zum Glück erlaubt! =)), Samstag Abend am Flughafen ankam und außerdem einer der FSJler Geburtstag hatte, verknüpften Maria und ich diese beiden Ereignisse und machten uns ab auf den Bauernhof der FSJler.
Hatte zwar schon viel gesehen, auch so einige Bauernhöfe, aber sowas eigentlich noch nie! Man fühlt sich dort wie vor einem Jahrhundert -nicht mal ein normales Klo gibts. Gut, dass der Winter doch nicht so kalt ist, denn bei minus 30 Grad stell ich mir so ein Plumpsklo im mehr oder minder Freien (kennt ihr diese kleinen Hütten, z.B. in den Bergen? Dann habt ihr jetzt ungefähr eine Vorstellung...) nicht sonderlich angenehm vor!
Jetzt fragt sich der eine oder andere vielleicht doch wieso ich die beiden Herren FSJler und nicht FÖJler nenne. Naja, das hat schon seinen Grund! Habt ihr schon mal was von diesen Bauernhöfen (oder Ähnlichem) gehört, auf die Jugendliche geschickt werden, die aus schwierigen Verhältnissen (eventuell kriminellem Hintergrund) stammen? Genau so ein Bauernhof ist dieser hier auch.
Das heißt, dass die beiden Herren nicht nur auf der Farm helfen, sondern auch noch die Jugendlichen betreuen. Momentan nur einen... Der muss eben auf dem Hof helfen, auf die Jungs hören, brav ihre Aufgaben erledigen und sich gut verhalten (was im Normalfall anscheinend eh gut funktioniert). Auch zum "Unterricht" muss er erscheinen...
Auf dem Bauernhof gibts alles was man sich so vorstellen kann: Hühner, Kühe, Ziegen, Hunde und sogar ein Pferd. Grad wegen Letzterem werde ich öfters mal vorbeischauen, denke ich ;)
Ansonsten müssen sie Bäume fällen, Dinge reparieren, den Stall ausmisten, Tiere verpflegen usw. Was eben so anfällt...
Was wir gemacht haben? Die meiste Zeit gespielt... Jungle Speed (mein neuer Klassiker), Knüffel, Ligretto, Wizard (ein ziemlich cooles Kartenspiel) usw.
Am Sonntag sind wir übrigens sogar mit den Jungs um halb sieben aufgestanden um beim Füttern zuzuschauen. Da sah der Tag noch vielversprechend aus (inzwischen geht die Sonne schon um diese Uhrzeit auf!), doch natürlich fing es trotz allem später zu regnen an. Aber für Estland ist das ja ganz normal!
In der Nacht zuvor konnte ich (da endlich außerhalb der Stadt) mal wieder diesen unglaublich schönen estnischen Sternenhimmel begutachten, was sich übrigens Montag Nacht wiederholt hat -selbst in Viljandi! Tja, muss ja seine Vorteile haben, dass Estland nicht dermaßen bewohnt ist wie Deutschland.
So, morgen muss ich aber auf ein Seminar, komm auch erst Sonntag zurück!
Wünsch euch 'ne schöne Woche (sofern ihr das überhaupt so schnell lest),
eure Andy
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