Dienstag, 25. März 2008

Ostern in Estland

Bevor es wieder zu unaktuell wird, schreib ich lieber mal gleich über Ostern in Estland!

Einigen von euch ist ja bestimmt schon aufgefallen, dass man's hier nicht so mit unseren so vertrauten Feiertagen hat... So musste ich Montag, während ihr alle ausgeschlafen habt, früh morgens in die Arbeit um dann für die komplett erledigten Behinderten (das waren sie wirklich! Wochenenden können soooo 
erschöpfend sein ;)) fit zu sein!

Da in der Geschichte niemand den Esten die katholische Glaubensrichtung aufgedrängt hat (auch wenn das Heidentum irgendwann dann auch nicht mehr genehmigt war... die meisten Esten hier sind einfach nur konfessionslos), feiert man hier manche Tage wie eben Ostern auch nicht unbedingt soooo intensiv wie in z.B. Deutschland. Dies könnte auch einer der Gründe sein wieso Geschäfter in 
Estland auch sonntags offen haben...

Wie dem auch sei -Karfreitag und Karsamstag sowie Ostersonntag gibts offiziell dennoch, Ostermontag ist auf jeden Fall kein offizieller Feiertag mehr, an dem man nicht in die Arbeit gehen müsste...

Karfreitag nennt man hier "Suur reede" (="großer Freitag") und hat natürlich frei -christliche Esten (eher protestantisch, wenn dann) essen auch kein Fleisch an diesem Tag. Was für (allgemein ausgedrückt) Esten vermutlich noch viel schlimmer ist als für Deutsche oder gar Bayern, da für den Durchschnittsesten ein Essen ohne Fleisch kein Essen ist (und dreimal warm am Tag isst man hier ohnehin... wobei man morgens nicht unbedingt schon mit Fleisch startet, aber gut, glaub ich schreib sowieso bald mal über die estnische Küche!).

Ostersonntag gibts den selben Brauch wie bei uns in Deutschland auch: Eierverstecken und -suchen, in die Kirche gehen (wenn man protestantisch ist) usw.

Ich persönlich war dieses Wochenende ja in Tartu bei einer Freundin, die uns quasi "gehostet" hat. 'Ne andere Freundin von uns hatte nämlich am Sonntag Geburtstag, sodass wir an diesem Tage sowohl Ostern als auch den Gb feiern konnten... und zwar ganz feierlich mit Brunchen, weshalb ich den Rest des Tages eigentlich nix mehr gegessen habe, wenn ich es mir so recht überlege. Haben uns am Nachmittag dann noch einige Folgen Friends reingezogen bevor ich ab in die Heimat, also Viljandi, bin...

Frag mich sowieso schon wie ich mich wieder an Züge gewöhnen soll, Busse sind doch irgendwie so viel komfortabler. Naja, zumindest in Estland! In Deutschland sind die Züge ja doch bequemer, dafür muss man sich ständig mit der Deutschen Bahn ärgern, das ist auch nicht toll. Aber die Geschichten kennt ihr ja -ich sag nur Münchner Hauptbahnhof um elf Uhr abends, zwei Tage vor Abreise!?

Bevor ich weiter ablästere, hier noch was dazu was HEUTE besonderes los ist, denn die Esten haben natürlich auch selbst Tage, an denen man zwar nicht unbedingt immer frei hat, aber doch gewürdigt werden! So lautet der heutige Tag "Leinapäev". Was es damit auf sich hat? Frauen sollen heute rote Getränke, "z.B. Rotwein oder roten Vodka" (so meine Chefin gestern!), trinken, damit die Bäckchen ein bisschen rot werden. Und Frauen sollen keine Frauenarbeit übernehmen, d.h. die Männer kochen, spülen ab und so weiter. Diese Tradition stammt aus alten Zeiten, weiß aber leider nix genaueres dazu. Soll eben ein Tag für die Frauen sein...

Naja, ich packs jetzt auch schon wieder,
wünsch euch was,
eure Andy

PS: Ich habs mal wieder geschafft -hab (vermutlich) wieder 'ne Sehnenentzündung, dieses Mal am Fuß. Werd morgen vielleicht zum Arzt gehen, damit der mal checken kann was das wirklich ist...

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