anlässlich des gestrigen (ich wollte den Eintrag schon am Sonntag veröffentlichen) Weltfrauentags hatten einige von uns Freiwilligen beschlossen einen Ausflug nach Endla, einem (eigentlich nur Touristen, wie wir feststellen mussten -"Endla? Meint ihr das Café in Viljandi?") bekannten Nationalpark in Estland, zu machen. Dass nicht alles so klappen sollte wie wir es uns erwartet hätten, war ohnehin klar. Doch dazu später!
Während der Weltfrauentag bei uns in Süddeutschland, aber auch in Westdeutschland (Maria war ganz schockiert!), weniger bekannt ist, wird er hier in Estland groß aufgezogen -im Gegensatz zum Muttertag allerdings nicht sehr gefeiet, woraufhin ich mir natürlich die Frage stelle wie viele Blumensträuße man dann an diesem Tag erhalten soll!
Aber gut... Der sowjetischen (?) Tradition zuliebe feierten auch wir unseren Frauentag und sind -wie es sich gehört- als reine Frauengruppe losgezogen.
Am Morgen erschien dieser Tag noch vielversprechend, da das Wetter tatsächlich schön war:
Dass nicht alles so perfekt war, stellte ich schon am Busbahnhof in Viljandi statt als mir der Busfahrer lächerliche 40 Kronen (100 Kronen sind meiner Meinung nach nun mal nicht unmenschlich!) nicht rausgeben konnte. Dank Maria konnte ich dennoch die 60 Kronen nach Tartu zahlen... Von dort aus gings weiter nach Toomaa (--> Bushaltestelle), wo sich der Nationalpark befindet. Doch selbst bis nach Tartu stimmte nicht alles, denn während der Fahrt mussten Maria und ich uns schon Sorgen machen, dass der Bus auseinanderfällt, nachdem sich Schrauben am Boden gelockert hatten und die anderen Busfmitfahrer anscheinend nichts davon mitbekommen wollten.
Ein bisschen Zugwind schadet doch keinem!
Die nächste Hürde war, dass es kein Klo in Toomaa (Zitat: "Arsch der Welt?") gab und dass der Wald Richtung Endla recht licht war, doch glücklicherweise konnte ich dennoch nette Bäume finden. Zeit für ein Gruppenfoto fanden wir auch noch, hier wussten wir noch nicht was uns erwarten würde:
Den großen Rundweg wollten wir nicht starten, deshalb haben wir beschlossen die Holzpfade zu überqueren und uns die Moore anzuschauen.
Bevor man allerdings den Nationalpark betritt, sollte man sich vorher in einem Haus oder im Zweifelsfalle telefonisch anmelden. Den Sinn davon wussten wir anfangs noch nicht, erkannten ihn aber zum Schluss raus doch noch *räusper*
Ganz fasziniert vom Anblick der Moore, die man mal "anders" sehen konnte, nachdem alles voller Schnee war, und der Wälder übersahen wir auf dem mehr oder minder Rückweg (es handelte sich ja schließlich um zwar einen kleinen, aber vorhandenen Rundweg) leider den richtigen Weg einzuschlagen und fanden uns sehr bald mitten AUF einem Moor wieder... Was nun geschah, kann man nicht so recht in Worte fassen; wir haben jedenfalls eine Menge gelacht (--> Anzeichen von Panik!?) und doch "überlebt"! Jedenfalls haben wir uns durch die Moore bewegt, die ja zum Glück angefroren waren. Da es aber bei jeder Person geknackt hat und das Eis leider auch immer wieder durchbrach, hat ein Teil von uns, unter anderem auch ich, beschlossen die Schuhe und Socken auszuziehen um uns barfuß durch den Schnee und das Eis zu bewegen, was zwar erst nur Lacher, später aber auch ernst gemeinte "ihr wart echt intellegent"-Zusprüche seitens der Schuhträger verursachte... Denn während wir im Nachhinein unsere trockenen Socken und Schuhe anziehen konnten, mussten die Anderen frieren, da die natürlich genauso wie wir auch eingebrochen waren und nun nasse Füße hatten.
Glücklicherweise fanden wir unseren Weg aber recht schnell, mussten nachher aber noch eineinhalb Stunden auf unseren Bus nach Tartu warten was manche von uns aber so ungeduldig machte, dass ein zwei Mädls zurückgetrampt sind. Wir Restlichen haben uns noch meinen übrigens ersten Schneemann diesen Jahres gebaut, welcher übrigens schon während des Errichtens Fans erhielt, die uns zuhupten:
Insgesamt und trotz aller Schwierigkeiten lässt sich sagen, dass dieser Nationalpark wunder-, wunderschön war und auf jeden Fall eine Reise dorthin wert ist!
Überzeugt euch selbst:
Ach, und geendet hat mein Tag insofern, dass ich nicht mehr nach Viljandi zurückkonnte, da mein letzter Bus schon um halb sieben abfuhr, ich aber erst um dreiviertel ankam. Naja, so übernachtete ich ganz spontan in bei einer Freiwilligen in Tartu, was auch ganz lustig war.
So viel also zu meinem Weltfrauentag!
Wünsch euch 'ne schöne Woche,
die Andy
PS: Heute (nun wirklich Montag!) scheint der Frühling ausgebrochen zu sein =)

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